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100 Jahre Funkestahlbau
1897 übernahm
unser Großvater, Schlossermeister Emil Funke, in Göttingen in der
Burgstraße 32, die Schlosserei von Adolf Degenhardt.

1906
kaufte Emil Funke von Bäckermeister Rust das Haus in der Burgstraße 46
für DM 30.000,- und richtete im Hofgebäude eine Kunst- und
Bauschlosserei ein. Diese Räume sind jetzt angemietet von der Galerie
Apex, in der Schmiede befinden sich die Gasträume. Es wurden Lehrlinge
ausgebildet, die wie es damals üblich war, beim Meister wohnten (über
der Schlosserei) und bei der Frau Meisterin in Verpflegung waren.
1914-18
Auch während des 1. Weltkrieges wurde der Betrieb weiter geführt. Es
wurden Bauarbeiten durchgeführt, aber auch Schlüssel angefertigt und
Schlösser repariert.
1917-20
Der älteste Sohn Willi lernte beim Vater das Schlosserhandwerk und
besuchte anschließend 1926-27
die Fachschule in Roßwein (Sachsen), um dort die Meisterprüfung
abzulegen.

1923 Ida
Funke, die Tochter des Hauses, die bis in die 90er Jahre das Büro
leitete, erinnerte sich, daß während der Inflation die durchgeführte
Arbeiten täglich berechnet werden mußten. Die Kunden zahlten in
Millionen- und Billionenbeträgen.
1939
Willi Funke wurde zum Wehrdienst eingezogen, bis zu diesem Zeitpunkt
arbeitete er als Meister im väterlichen Betrieb.
1943
starb Emil Funke. Der Betrieb wurde vorübergehend geschlossen. Es
wurden aber, trotz einiger guter Angebote, weder Maschinen noch
Werkzeuge verkauft.
1946
konnte Willi Funke nach der Gefangenschaft den Betrieb wieder eröffnen.
Es war schwer Aufträge zu bekommen. Material gab es nur auf
Bezugsschein. Trotzdem konnten schon bald Gesellen und Lehrlinge
eingestellt werden.
1951
Willi Funke jun., der schon als kleiner Junge Interesse am Betrieb
gezeigt hatte, begann eine Schlosserlehre bei der Fa. Senge und
arbeitete anschließend im Betrieb des Vaters.

1960
legte Willi in Stuttgart die Meisterprüfung ab.
1967 Die
Werkstatt in der Burgstraße wurde zu eng und neue Betriebsräume
entstanden in der Gotthelf-Leimbachstr. 13. Auch die Familie zog um ins
Industriegebiet.
1971
nach Ing. Studium und Tätigkeit bei der AVA trat Jochen, der jüngste
Sohn mit einer zusätzlichen Ausbildung als Schweißfachingenieuer in
den väterlichen Betrieb ein.

1973 übernahmen
Willi jun. und Jochen den Betrieb gemeinsam.
1995
schied Willi aus gesundheitlichen Gründen aus.
100 Jahre sind so vergangen. Aus der Schlosserei Emil
Funke ist die Funke Stahlbau GmbH & Co KG entstanden. Nach wie vor
bearbeiten wir vom Schloß bis zur Stahlhalle alles.
Es wird wohl wenig Häuser in der Göttinger
Innenstadt geben, die nicht auf Stahlrahmen und Abfangungen der Fa.
Funke stehen.
In den 50er Jahren, der Zeit des Wiederaufbaus wurde
das Tätigkeitsgebiet mehr und mehr von der Schlosserei zum Stahlbau
verlegt. Es entstanden so in den 80er und 90er Jahren
Hallenkonstruktionen bis zu 100 t, teilweise wurden bis zu 35
Mitarbeiter beschäftigt.
"Alte Kunden" kommen aber heute auch noch zu
uns und manchmal können wir "Schloßprobleme" aus unseren
alten Lagerbeständen lösen.
Nicht nur praktische Dinge entstanden in unserer
Werkstatt, gerade in den letzten Jahren wird die Kunst am Bau oft in
Metall ausgeführt.
Trotz der heutige schwierigen Wirtschaftssituation
auch für das Handwerk, versuchen wir mit Rationalisierung +
Kosteneinsparung Arbeitsplätze zu erhalten und gehen mit Elan die nächsten
100 Jahre an.
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